Immobilienkauf in der Schweiz: Leitfaden für Expats und Einheimische
Der Immobilienkauf in der Schweiz ist für viele der grösste finanzielle Schritt im Leben. Ob Eigentumswohnung oder Eigenheim – die Schweiz hat spezifische Regeln und Finanzierungsmodelle. Hier erfährst du alles über den Kaufprozess, die Finanzierung und die Nebenkosten.
Eigenkapitalanforderungen
Für den Kauf einer Immobilie in der Schweiz benötigst du mindestens 20% Eigenkapital. Davon müssen mindestens 10% aus eigenen Mitteln (nicht aus der Pensionskasse) stammen. Bei einem Kaufpreis von CHF 1’000’000 sind das CHF 200’000 Eigenkapital, wovon CHF 100’000 „echtes“ Eigenkapital sein müssen.
Hypothekenfinanzierung
Die Bank finanziert in der Regel maximal 80% des Kaufpreises. Die Hypothek wird meist in zwei Teile aufgeteilt: Erste Hypothek (ca. 65–70% des Marktwerts) und Zweite Hypothek (15–20%). Die zweite Hypothek hat höhere Zinsen und muss amortisiert werden – in der Regel innerhalb von 15 Jahren oder bis zur Pensionierung.
Tragbarkeit der Immobilie
Nebenkosten und Hypothekarzinsen dürfen maximal 33–35% deines Bruttoeinkommens betragen. Die Bank kalkuliert mit einem hypothetischen Zins von 5% (auch wenn die aktuellen Zinsen tiefer sind). Ein Familieneinkommen von CHF 120’000 erlaubt somit jährliche Wohnkosten von maximal CHF 40’000–42’000.
Nebenkosten beim Kauf
- Handänderungssteuer: 1–3% des Kaufpreises (je nach Kanton)
- Grundbuchgebühren: Ca. 0.1–0.5% des Kaufpreises
- Notariatskosten: Ca. 0.1% des Kaufpreises
- Schätzungskosten: Einige Hundert Franken
- Maklerprovision: Meist 2–3% (vom Käufer oder Verkäufer je nach Kanton)
Tipp: Nutze einen unabhängigen Hypothekarberater, um die besten Konditionen zu erhalten. Bereits ein Zinsunterschied von 0.1% kann bei einer Hypothek von CHF 800’000 über 10 Jahre CHF 8’000 ausmachen.