Krankenversicherung in der Schweiz: Vollständiger Leitfaden für Einsteiger
Die Krankenversicherung in der Schweiz ist obligatorisch – und ein komplexes Thema. Jeder Einwohner muss innerhalb von drei Monaten nach der Anmeldung in der Schweiz eine Grundversicherung abschliessen. Wir erklären dir alles, was du wissen musst, um die richtige Wahl zu treffen.
Die Grundversicherung (OKP/Obligatorische Krankenpflegeversicherung)
Die Grundversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt medizinische Grundleistungen wie Arztbesuche, Spitalaufenthalte (allgemeine Abteilung) und Medikamente ab. Die Leistungen sind schweizweit einheitlich geregelt – der Preis variiert jedoch stark.
Franchise und Selbstbehalt
Du bestimmst deine Franchise (Selbstbehalt) selbst: von CHF 300 (Standard) bis CHF 2’500 pro Jahr. Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie. Dazu kommt ein Selbstbehalt von 10% der Behandlungskosten (max. CHF 700 pro Jahr für Erwachsene). Für Kinder gelten reduzierte Sätze.
Prämienunterschiede nach Kanton
Die Krankenkassenprämien variieren stark nach Kanton. Die tiefsten Prämien findest du in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Nidwalden und Uri. Die höchsten Prämien zahlen Versicherte in Genf, Basel-Stadt und Neuenburg. Der Unterschied kann mehrere Hundert Franken pro Monat betragen.
Zusatzversicherungen
Neben der Grundversicherung kannst du Zusatzversicherungen abschliessen für:
- Private oder halbprivate Spitalabteilung
- Dentalbehandlungen
- Alternativmedizin
- Brillen und Kontaktlinsen
- Auslandaufenthalte
Wichtig: Die Zusatzversicherung unterliegt nicht dem Obligationenrecht – die Krankenkasse kann dich aufgrund deines Gesundheitszustands ablehnen oder einen Risikozuschlag verlangen. Schliesse sie daher so früh wie möglich ab!
Prämienverbilligung (IPV)
Personen mit tiefem Einkommen können eine Prämienverbilligung beantragen. Diese wird vom Kanton ausbezahlt und reduziert die monatliche Prämie. Die Anspruchsvoraussetzungen variieren je nach Kanton – informiere dich bei deiner Wohngemeinde.